Molen und mehr – schöne Dosen auf Walcheren

Als ich erfahren habe, dass gereon.r und Konst.a.K einen Teil der Weihnachtsferien auf Walcheren verbringen, bat ich gereon.r, dass er doch bitte ein paar Fotos macht um ggf. nach dem Urlaub einen Bereicht seiner Erlebnisse zu verfassen. Das Resultat könnt ihr im Folgenden sehen. Ich wünsche euch viel Spaß beim Lesen!

Von Köln bis Walcheren, zum platten Land zwischen Schelde und Nordseeküste im Süden der Niederlande, sind es mit dem Auto gut drei Stunden. Auf dem Weg machen wir hinter Antwerpen Rast am Fruitautomaat (GC69EYZ). Je nach Saison gibt es hier appel, peer, kers oder pruim direkt vom Hof. Das frische Obst liegt zum Kauf hinter Glastürchen im Automaten. Wir lassen uns ein paar Äpfel schmecken und ermitteln nebenbei den fruchtigen Code fürs Cacheversteck.

Auf Walcheren angekommen lernen wir zuerst heimische Trachten kennen. Zu Festen werden sie hier auch noch getragen. Der Mystery vom Zeeuws Meisje (GC70WYX) ist gar nicht einfach zu enträtseln. Doch nach einigem Raten und Rechnen finden wir die wunderschöne Wohnung des Trachtenmädchens. Danach geht es in unser Appartement nach Westkapelle direkt neben dem Leuchtturm. Der ist eigentlich der Turm einer Kirche von 1470. 1831 brannte sie ab, nur der Turm blieb stehen und oben drauf kam das Leuchtfeuer. Das sich nachts drehende Licht ist über 30 km sichtbar. So können wir abends schon von weitem sehen, wo wir wohnen.

Am nächsten Morgen geht es nach leckerem Brodje met Hagelslag auf Schatzsuche zu De schat van de dankbare (GC70XV6). Wir finden hier nicht nur ein Filmdöschen, sondern einen echter Schatz! Danach spazieren wir bei Oostkapelle durch einen der letzten Eichen- und Ulmenwälder direkt am Meer. Manche Bäume sind über 200 Jahre alt und dennoch wegen der Meeresbrise nicht höher als einen Meter. Ein verwunschener Zauberwald ist das, in dem man mit etwas Glück sicher auch Elfen und Kobolden begegnen kann. In der Nähe liegt das alte Kasteel Westhove mit seinen runden Türmen, das einst gegen Angriffe der Normannen errichtet wurde. Der Earth-Cache Natura 2000 (GC2WW4N) führt uns im Hof der Festung, die heute als Jugendherberge dient, zur ältesten Linde der Niederlande – ein knorriger Hingucker.

Am Nachmittag zieht es uns zu einem typisch niederländischen Dosenversteck bei Aagtekerke. Hier lernen wir Het Zeeuwse Knoopje (GC7PN02) kennen, das wir später überall wiederentdecken. Am frühen Abend – pünktlich zum Sonnenuntergang – fahren wir von Domburg am Deich entlang nach Westkapelle. Was gibt es Schöneres, als neben einem rotweißgestreiften Leuchtturm die Sonne im Meer versinken zu sehen? Natürlich ist hier auch noch eine Dose versteckt mit Zicht op de vuurtoren Norderhoofd (GC7BAQV).

Am dritten Tag geht es nach Veere, einen Hafenort mit alten Backsteinmauern und gepflasterten Gassen. Im 16. Jahrhundert kamen hier große Schiffe mit schottischer Wolle an. Der Ort war ein bedeutender Handelsplatz. Die Vergangenheit ist heute noch überall spürbar. Wir schlendern durch die Gassen und bummeln an den alten Lagerhäusern vorbei. Am Ortsrand machen wir noch das Rondje Veerse Bos (GC6ZN7W).  Auf verschlungenen Pfaden geht es durchs Grün, am Bach entlang und über eine wackelige Hängebrücke. Eine abwechslungsreiche Dosenrunde, die sicher auch Kindern Spaß macht. Anschließend hören wir noch den Ruf von Spiderman (GC6QW7P) aus Serooskerke. Sein Versteck ist für Dosensucher ein Muss. Es erlaubt einen ungewöhnlichen Blick in das alltägliche Leben des Helden. Einfach cool!

Als nächstes entdecken wir unsere Liebe zu Windmühlen. 22 gibt es davon auf Walcheren und jede bietet einen kurzen Multi – allerdings in Niederländisch. Wir lernen, dass Wieken laut Google Dochte sind. Wir kennen sie aber eher als Flügel. Mein Lieblingswort werden die Stellingschoren – Holzstangen, die Mühlengalerien abstützen. Los geht unsere Molentocht bei De Zoutelandse Molen (GC7DZD1). Im Listing erfahren wir auch einiges über ihre Geschichte. Nur noch 21 Molen! Drei schaffen wir heute noch.

Bei Oostkapelle geht es ans Meer. Am Dünenparkplatz erwarten uns drei Sandmänner – eine ungewöhnliche, aber sehenswerte Skulptur! Wir lassen uns am Strand den Wind um die Nase wehen, laufen durch den weichen Sand und lauschen dem Rauschen des Meeres. Auch jetzt im Winter macht das Spaß – natürlich mit Schal und Mütze gut eingemummelt. Zum Aufwärmen geht es danach in die Strandbude zum Piraat. Hier gibt es warme chocomel und lecker Kibbeling mit dem weiten Blick raus aufs Wasser.

 

Fünf Mühlen stehen heute noch auf unserem Programm. Besonders interessant ist De Onderneming (GC7DZVD) in Middelburg. Hier fehlt der obere Teil, der untere ist bewohnt. Die Mühle hätten wir ohne den Cache nie entdeckt, das Döschen aber fast auch nicht. Im Zentrum des quirligen Städtchens, dem Mittelpunkt von Walcheren, werden wir dann zum Zakkenroller (GC79YET), einer Art Dosentaschendieb. Ein kurioser Cache – mitten in der muggeligen Fußgängerzone. Darauf genehmigen wir uns erst mal einen Bami in einer der vielen Imbissstuben. Zum Schluss geht es dann noch in eine romantische, mittelalterliche Gasse. Der Mini-Multi Kuiperspoort (GC2ZYZK) führt uns zu den Fassmachern des 17. Jahrhunderts.

Der nächste Tag wird für uns zum Molen-Dag! Sieben besuchen wir heute. Es geht nach Vlissingen auf den Deich zur Oranjemolen (GC7DZKR), einer Holländermühle aus dem 17. Jahrhundert. Wir schauen riesigen Containerschiffen nach, die hier über die Schelde von Antwerpen aufs offene Meer fahren. Vorbei an weiten Feldern und alten Landgütern geht es dann zur verlassenen und verrottenden De (Lost Place) Hoop (GC7E001) in Sint Laurens. Hier stehen nur noch die alten Steinmauern der Mühle, das Haus des Müllers ist längst zusammengefallen. Ein echter Lost Place. De molen van Kwekkeboom (GC7DPZE) bei Aagtekerke bieten zwei Mühlen, eine große neben der kleinen. Mühlen können süchtig machen. Wir kriegen irgendwie nicht genug davon.

Am Abend gönnen wir uns im Rixx in Westkapelle eine kulinarische Überraschung. Aus der Küche des kreativen 24jährigen Kochs kommt das visserplankje – ein Holzbrettchen gefüllt mit Räucherlachs in Whisky, gebratenen Sardellen, Wildgarnelen in Knoblauch, Tintenfisch und Thunfischsalat, buntem Blattsalat und hausgemachten Brötchen. Ein echter Genuss!

Silvester gibt es für uns nur drei Mühlen, dafür aber viel Knallerei und ein ‚Tschüss 2018 – Dosensuchertreffen‘ am breiten Strand von Zoutelande. Dahin zu kommen ist gar nicht so einfach. Denn den Aufstieg zum Deich haben seit dem Morgen Jugendliche besetzt, um Knaller in brennende Ölfässer zu werfen. So sind sie noch um einiges lauter. Freudenfeuer nennen die Niederländer das lautstarke, für uns eher befremdliche Spektakel. Nachdem wir es wagemutig  daran vorbei an den Strand geschafft haben, treffen wir dort ein gutes Dutzend einheimischer und deutscher Cacher, tauschen TB’s und quatschen über die schönsten Dosen der Umgebung. Toll ist es, auch Miep, die Ownerin zahlreicher Caches auf Walcheren kennenzulernen und manchen Tipp von ihr zu bekommen. In der Nacht ziehen wir dann durchs ohrenbetäubende Westkapelle. Auch hier lassen es die Jugendlichen auf dem Dorfplatz brennend krachen. Oben am Deich begrüßen wir bei klarem, trockenen Himmel das neue Jahr und bewundern das bunte Feuerwerk über Walcheren.

Am vorletzten Tag unseres Urlaubs steht noch Het smalste huis van Middelburg (GC73TNV) auf dem Programm. Ein schneller Cache an der Gracht mit Blick auf den Nieuwe Poort. Wir fühlen uns ein wenig wie in Amsterdam – nur ist hier alles etwas kleiner und ruhiger. Eine Dose aus alter Zeit entdecken wir an Het Commiezenhuisje (GC73TP8). Wir schlendern am ersten Tag des Jahres gemütlich durch die Stadt und spielen zur Entspannung noch eine Runde Hollandse knikkers (GC70WNG). Erinnerungen an alte Murmelzeiten werden wach! Anschließend – wir können es kaum erwarten – geht es zu den letzten Mühlen und dem ultimativen Bonus Molentocht over Walcheren (GC7EVBA). Dazu wird hier natürlich nichts verraten. Aber das Finale ist riesig und mühlig. Als Lohn für unsere Mühlensuche gönnen wir uns nach erfolgreichem Fund einen Pannekoeken aus frisch gemahlenem Mühlenmehl!

Abschied von Walcheren. Schade, dass wir wieder fahren müssen. Aber wir kommen wieder, auch wenn wir jetzt schon alle Mühlen kennen. In Vrouwenpolder geht es zum Schluss am Kon. Emmaweg (GC7XZXW) noch mal hoch hinaus, beim Hof van Buren (GC73TT1) wird es feucht und fürs TB Hotel Bagijnhof (GC6WG7G) mussten wir vorab schon heftig rätseln, um den gemeinen Schlüsselcode zu knacken. Aber auch das ist geschafft. Das Hotel ist gut gefüllt, wir checken neue Gäste ein und nehmen ein paar mit auf unsere Reise zurück nach Köln.

Walcheren ist ein tolles Cacher-Paradies. Die Owner verraten in den Listings eine Menge Interessantes über Land und Leute. Dazu gibt es tolle Verstecke, fantasievolle Dosen und schicke Banner. Bedankt voor deze Walcheren-caches!

 

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